Im Rahmen der BIHK-Webinarreihe „Online Marketing“ und des Projekts transform_EMN fand am 11. März 2026 das Webinar „Marketing trifft Produktion“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Produktentwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb stärker miteinander verzahnen lassen, indem CAD-Daten aus der Produktion auch als Grundlage für Marketing- und Vertriebsinhalte genutzt werden.

Referentin Marieke Franzen, Gründerin der Futurity GmbH, zeigte praxisnah, wie aus technischen Geometriedaten realistische Produktvisualisierungen, interaktive Konfiguratoren und konsistenter Web-Content entstehen können. Deutlich wurde dabei, welches Potenzial in einer gemeinsamen Datenbasis liegt: Sie ermöglicht mehr Schnelligkeit, reduziert Medienbrüche und verkürzt Abstimmungsschleifen zwischen den beteiligten Bereichen. Gleichzeitig lassen sich Marketingversprechen besser mit realer Lieferbarkeit und tatsächlichen Produkteigenschaften in Einklang bringen.

Ein zentrales Fazit des Webinars war, dass Unternehmen für den Einstieg mit einem einfachen Basisprodukt beginnen sollten, um einen ersten konkreten Anwendungsfall umzusetzen. So lassen sich Erfahrungen sammeln, interne Prozesse erproben und der Nutzen einer durchgängigen Datenbasis schnell sichtbar machen.

Dabei wurde auch deutlich, dass die Anforderungen an die Daten weit über reine CAD-Informationen hinausgehen. Entscheidend sind insbesondere das fachliche Wissen der Mitarbeitenden über Produktaufbau, Varianten und Produktionsprozesse. Gerade dieses Erfahrungswissen kann künstliche Intelligenz nicht ohne Weiteres ersetzen. Vielmehr kommt es darauf an, dieses Wissen strukturiert in digitale Prozesse zu überführen und gemeinsam mit den beteiligten Teams weiterzuentwickeln.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die IT-Sicherheit. Je detaillierter Produkt- und Produktionsinformationen zusammen mit CAD-Daten gespeichert, verknüpft und weiterverwendet werden, desto wichtiger wird ein professioneller Umgang mit Datensicherheit und Zugriffsrechten. Unternehmen müssen hier frühzeitig geeignete Sicherheits- und Governance-Strukturen mitdenken.

Die Diskussion machte außerdem deutlich, dass es sich bei diesem Ansatz nicht um ein isoliertes Marketingthema handelt, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz. Produktentwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb können dadurch enger zusammenarbeiten. Darüber hinaus eröffnet die gemeinsame Datenbasis auch neue Möglichkeiten, Themen wie Nachhaltigkeit, fragmentierte Lieferketten und künftige regulatorische Anforderungen stärker integriert zu betrachten und zu planen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Anschlussfähigkeit an den digitalen Produktpass als besonders relevant hervorgehoben.

Zugleich wurde betont, dass technologische Integration allein nicht ausreicht. Interne, oft noch analoge Datensilos und Prozesse müssen gemeinsam mit der Belegschaft besprochen und weiterentwickelt werden. Dabei ist es wichtig, Sorgen vor Job- oder Aufgabenverlust ernst zu nehmen und Veränderungsprozesse transparent zu begleiten.

Auch mit Blick auf Vertrieb und Kundenansprache wurden wichtige Entwicklungen angesprochen: Insbesondere im B2C-Handel ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu erwarten, dass Social Media künftig noch stärker zu einem zentralen Vertriebskanal wird. Umso wichtiger wird eine konsistente, schnelle und datenbasierte Bereitstellung von Produktinformationen über verschiedene Kanäle hinweg.

Die Diskussion zeigte insgesamt, dass das Thema branchenübergreifend relevant ist und gerade für Unternehmen mit komplexen Produkten und vielen Varianten große Chancen bietet — für effizientere Prozesse, eine bessere interne Abstimmung und eine konsistentere externe Kundenansprache.

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